2019 war ein bemerkenswertes Jahr für die Ravensburg Razorbacks. Kurz vor der Saison verließ der Headcoch John Harper das Team und der sportliche Leiter der Ravensburger Oliver Billstein übernahm das Team. Zusammen mit Offense Line Coach Leo Grenz standen damit zu Beginn der Saison nur zwei Coaches während der ersten Spiele an der Seitenlinie der Razorbacks und sahen sich Trainerteams von teilweise mehr als 10 Personen gegenüber. Diese Unruhe kurz vor Saisonbeginn merkte man den Oberschwaben in den ersten Saisonspielen an und so konnten die Razorbacks die ersten Spiele nicht so souverän wie gewünscht gestalten. Dennoch stabilisierte sich das Team im Saisonverlauf, einzelne Spieler übernahmen Verantwortung als Spielertrainer und zudem wurde mit Kurtis Ovesen ein weiterer Coach für den Defense verpflichtet. Das Resultat ist bekannt und die Ravensburger schafften das unglaubliche und wurden nicht nur Meister der GFL2 Süd, sondern setzten sich trotz der schwierigen Umstände auch gegen die Kirchdorf Wildcats durch und spielen somit 2020 in der GFL1.

Auch unter den Eindrücken des größten Erfolgs der Vereinsgeschichte war den Verantwortlichen sehr früh klar, dass für einen erfolgreichen Start in die GFL1 das Trainerteam anders gestaltet werden muss. Auf Grund dessen wurden schon kurz nach der Meisterschaft Gespräche mit Oliver Billstein über das Jahr 2020 geführt. In den Gesprächen bekannte sich Billstein sehr schnell deutlich zu den Razorbacks, wollte jedoch aus Rücksicht auf seine Familie nicht weiterhin eine Doppelrolle einnehmen, sondern sich voll auf die sportliche Leitung konzentrieren. „2019 war eine unglaublich spannende und intensive Erfahrung für mich als Trainer. Vor allem will ich mich bei der Abteilungsleitung und dem Team für das entgegen gebrachte Vertrauen und bei den Fans für die unglaubliche Unterstützung im Stadion bedanken“ so Billstein rückblickend. „Ich bin mir aber sicher, dass ich die Razorbacks am besten als sportlicher Leiter unterstützen kann und zusammen mit einem neuen Headcoach Großes erreichen werden“ begründet Billstein seinen Rücktritt.

Seinen Worten ließ Billstein auch direkt nach der Aufstiegsfeier Taten folgen und begab sich auf die Suche nach einem möglichen neuen Headcoach. Knapp sechs Wochen später haben die Ravensburger ihren Wunschkandidaten gefunden und können die Verpflichtung von Sebastian Fandert verkünden. Der 32-jährige gebürtige Dresdner wechselt zum 01.01.2020 von den Luzern Lions aus der ersten Schweizer Liga in die Turmstadt und wird die Position des Headcoaches und Defensive Koordinators übernehmen.

Trotz seines geringen Alters kann Fandert schon auf eine große Erfahrung bei verschiedenen Teams zurückblicken. Unter anderem betreute er 2011 das Special Team des amtierenden deutschen Meisters aus Braunschweig und machte 2016 die Verteidigung der Pribram Bobcats zur Besten der ersten tschechischen Liga. Das hat auch dazu geführt, dass Fandert seit 2018 auch die tschechische Nationalmannschaft als Headcoach betreut. Insgesamt bekleidete Fandert schon Trainerpositionen in den ersten Ligen der Schweiz, Tschechien, Österreich, Dänemark und Deutschland. Neben seinen Erfahrungen in Europa kann Fandert auch auf Coaching Station in den USA vorweisen. Von 2012 bis 2016 vertiefte er seine Kenntnisse an der Eagle Point High School und am Westminster College in Fulton und konnte sogar an einem Coaching Internship an der renommierten OleMiss Universität teilnehmen. Ab 2020 will er nun mit den Ravensburg Razorbacks in der GFL1 angreifen.

„Schon während der ersten Gespräche überzeugte uns seine Ideen nicht nur für die erste Mannschaft, sondern auf für die ganze Organisation von Jugendteams und zweiter Mannschaft“ freut sich Billstein über die Verpflichtung. Auch Fandert freut sich über seine neuen Aufgaben. „Natürlich wird die GFL1 eine andere Herausforderung als die GFL2 und wir werden hart an uns arbeiten müssen“ so der neue Headcoach über die kommenden Herausforderungen „aber die Razorbacks und ich hatten von Beginn an die gleichen Ideen für die Organisation und das GFL Team. Außerdem wurde in den letzten Jahren gut gearbeitet, so dass wir heute schon eine erstklassige Infrastruktur haben, auf die wir nun zurückgreifen können.“  Überzeugt haben dürften Fandert auch die Erzählungen über die Spieltage und die Fans der Razorbacks von Spieler Nic Haritonenko, welchen Fandert schon vom Jugendfootball der Dresden Monarchs kennt, so dass er bei sich bei seinen Besuchen auch gleich die Heimspielstätte zeigen ließ.

Die Ravensburg Razorbacks wünschen dem neuen Headcoach einen gute Start und freuen sich auf eine erfolgreiche Zusammenarbeit.

Foto: Florian Wolf

(das Nutzungsrecht für die Bilder kann käuflich erworben werden, eine anderweitige Nutzung ist nicht gestattet)

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