Für die ifm Razorbacks Ravensburg steht am Sonntag das letzte Spiel der regulären Saison in der effect® Energy GFL an. Die Reise führt die Oberschwaben zu den Dresden Monarchs und damit zu einem der stärksten Teams des deutschen Footballs. Die Ausgangslage ist dabei ebenso spannend wie einfach: Mit einem Sieg sichern sich die Razorbacks Platz zwei in der GFL Süd, bei einer Niederlage schließen sie die Hauptrunde auf Rang drei ab. Unabhängig vom Ausgang steht bereits fest, dass sich die Ravensburger erneut für die Playoffs qualifiziert haben.
Mit den Dresden Monarchs wartet allerdings die wohl schwierigste Aufgabe der gesamten Saison. Die Sachsen haben sich mit elf Siegen aus elf Spielen bereits vorzeitig die Meisterschaft in der GFL Nord gesichert und gehen als ungeschlagenes Team der Liga in den letzten Spieltag. Ein Blick auf die Statistiken zeigt jedoch, dass sich beide Mannschaften offensiv kaum etwas nehmen. Dresden hat in elf Spielen exakt 400 Punkte erzielt, die ifm Razorbacks sogar 407. Den Unterschied macht bislang vor allem die Defensive. Während die Monarchs lediglich 132 Punkte zuließen, mussten die Oberschwaben bislang 186 Gegenpunkte hinnehmen. Beides Spitzenwerte im Ligavergleich.
An die Duelle der vergangenen Saison haben beide Teams noch beste Erinnerungen: Im regulären Saisonspiel setzte sich Dresden mit 49:33 durch. Eng wurde es jedoch wenige Wochen später im Halbfinale um die Deutsche Meisterschaft. Nach einem ausgeglichenen 17:17 zur Halbzeit entwickelte sich ein Krimi, in dem die Monarchs kurz vor Schluss mit 31:24 führten. Den ifm Razorbacks gelang zwar noch ein spektakulärer Onside Kick, doch der entscheidende Touchdown zum Ausgleich und zur möglichen Verlängerung blieb aus. Dresden zog ins German Bowl ein, Ravensburg musste den Traum vom Finale knapp begraben.
Auch diesmal stellt sich eine spannende Frage: Mit der bereits gesicherten Nordmeisterschaft könnten die Monarchs versucht sein, einige Leistungsträger für die anstehenden Playoffs zu schonen. Gleichzeitig dürfte der Anspruch des Teams groß sein, die perfekte reguläre Saison ohne Niederlage abzuschließen. Welche Strategie Dresden letztlich wählt, wird sich erst am Sonntag zeigen.
Für die ifm Razorbacks spielt all das jedoch nur eine untergeordnete Rolle. Die Motivation ist riesig, dem bislang ungeschlagenen Favoriten ein Bein zu stellen und sich mit einem Erfolg den zweiten Tabellenplatz in der GFL Süd zu sichern. Gleichzeitig wäre ein Sieg ein deutliches Signal an die Konkurrenz kurz vor Beginn der Playoffs. Zweifelsohne gehen die Monarchs als Favoriten in die Begegnung, aber jedes Spiel musst erst einmal gespielt werden.
