Die Saison in der effect® Energy GFL geht in ihre entscheidende Phase. Für die ifm Razorbacks Ravensburg steht am kommenden Samstag ein Duell auf dem Programm, das im Kampf um die vorderen Plätze der Südstaffel richtungsweisend werden kann. Um 16 Uhr treffen die Oberschwaben im Münchner Dantestadion auf die Munich Cowboys. Mit einer Bilanz von 6:3 reisen die Razorbacks als Tabellendritter nach Bayern. Direkt dahinter lauern die Cowboys mit 5:4 – und auch sie haben Platz zwei noch längst nicht aus den Augen verloren.
Beide Teams kämpfen damit um eine möglichst gute Ausgangslage für die Playoffs und insbesondere um ein Heimspiel im Viertelfinale. Entsprechend viel steht auf dem Spiel. Die Partie in München ist dabei die einzige Begegnung der beiden Mannschaften in der laufenden Saison. Eine zweite Chance, Fehler aus diesem Duell später noch einmal zu korrigieren, gibt es damit nicht.
Wie heiß und gut eingespielt die Cowboys derzeit sind, zeigte sich zuletzt gegen die Pforzheim Wilddogs. In einer hart umkämpften Partie mussten sich die Münchner am Ende zwar knapp mit 7:14 geschlagen geben, zeigten dabei aber einmal mehr, dass mit ihnen jederzeit zu rechnen ist. Die Cowboys sind ein brandgefährliches Team, das in dieser Saison bereits einige Spiele nur unglücklich verloren hat. Gegen die ifm Razorbacks werden sie hoch konzentriert auftreten – und den Heimvorteil im Rücken haben.
Auffällig ist vor allem die Ähnlichkeit beider Offensiven. Sowohl München als auch Ravensburg setzen stark auf das Passspiel. Die Cowboys haben in der laufenden Saison bereits 2654 Yards durch die Luft erzielt: Liga-Bestwert. Die Razorbacks liegen mit 2647 Passing-Yards unmittelbar dahinter auf Platz zwei. Viel wird deshalb darauf ankommen, welche Verteidigung dem gegnerischen Quarterback und seinen Receivern besser den Rhythmus nehmen kann.
Bei den Münchnern steht vor allem Gabriel Boccella im Mittelpunkt. Der Receiver hat bereits 16 Receiving-Touchdowns auf seinem Konto und damit mehr als jeder andere Spieler der Liga. Zum Vergleich: Auf Platz zwei der teaminternen Touchdown-Wertung der Cowboys folgt Sebastian Reiner mit drei Receiving-Touchdowns. Die Ravensburger Defense wird Boccella daher ganz besonders im Auge behalten müssen.
Bei den Razorbacks verteilt sich die Verantwortung dagegen auf mehrere Schultern. Anthony Harris Jr. kommt bereits auf zehn Touchdowns über die Luft, Tim Müller auf sieben, William Enneking auf fünf und Aniel Buße auf vier. Und auch das Laufspiel sorgt immer wieder für Gefahr. Lennies McFerren hat in dieser Saison bereits neun Touchdowns für die Oberschwaben erzielt. Die Zahlen zeigen, wie variabel die Ravensburger Offense aufgestellt ist. Ein Faktor, der mit dazu beitragen dürfte, dass die Razorbacks bislang durchschnittlich 36,2 Punkte pro Spiel erzielen. München kommt im Schnitt auf 27,1 Punkte.
Doch die Cowboys verlassen sich nicht ausschließlich auf ihre Offense. Wenn der Weg in die Endzone versperrt ist, kommt gerne das Field-Goal-Team zum Einsatz. 13 Field-Goal-Versuche stehen für die Münchner bislang zu Buche. Gemeinsam mit Kiel ist das Liga-Bestwert. Kicker Maximilian Mittasch hat dadurch bereits 43 Punkte gesammelt und liegt in der teaminternen Scorerliste hinter Boccella auf Platz zwei. Für die Ravensburger Special Teams bedeutet das: Auch bei langen Drives und schwierigen Situationen rund um die Red Zone gilt es, hellwach zu bleiben. Ein Kick kann am Ende den Unterschied machen.
Auf der anderen Seite wird die Ravensburger Defense alles daransetzen, die Cowboys möglichst weit von der eigenen Endzone fernzuhalten. 24 Sacks und acht Interceptions unterstreichen, dass die Oberschwaben in dieser Saison wissen, wie man gegnerische Offenses unter Druck setzt. Besonders Ben Rashid ist dabei ein wichtiger Faktor. Mit bereits elf Sacks führt er die Ravensburger Statistik deutlich an und wird gegen München sicherlich versuchen, seinem Konto weitere Quarterback-Sacks hinzuzufügen. Aber auch Samuel Mindham mit drei Sacks, Alex Mashak mit zwei Sacks und die weiteren Defensive-Spieler werden alles daransetzen, den Münchner Quarterback möglichst häufig unter Druck zu setzen.
Doch auch auf die Ravensburger Offensive-Line wartet jede Menge Arbeit. Die Cowboys haben mit Austin Spille, Johannes Rumpfinger und Elias Frank gleich mehrere Spieler in ihren Reihen, die wissen, wie man einen Spielmacher zu Boden bringt. Die Aufgabe der Ravensburger O-Line wird es daher sein, der eigenen Offense die notwendige Zeit zu verschaffen, damit das Pass- und Laufspiel der Razorbacks zur Geltung kommen kann.
Vieles spricht damit für eine intensive Partie. Beide Mannschaften wollen am Ende der regulären Saison möglichst weit oben in der Tabelle stehen, beide hoffen auf ein Heimspiel im Viertelfinale und beide wissen, dass jeder Sieg in dieser Phase der Saison besonders wertvoll ist. Die Oberschwaben sind bereit, sich auf einen intensiven Fight einzulassen und werden alles daransetzen, am Samstagabend siegreich aus München zurückzukehren.
